„Der Hunger des Molochs“

Das PNAS-Paper von Felix Creutzig hat sehr große Beachtung in den Medien gefunden: unter anderem berichteten die BBC, Haaretz und die SZ.

Foto: Shutterstock / Gary Yim

19.01.2015

Unter der Überschrift „Der Hunger des Molochs“ greift die „Süddeutsche Zeitung“ ein Kernergebnis des PNAS-Artikels „A Global Typology of Urban Energy Use and Potentials for an Urbanization Mitigation Wedge” von MCC-Wissenschaftler Felix Creutzig auf: Falls die Urbanisierung wie bislang voranschreitet, dürfte sich der Energieverbrauch der Städte weltweit bis 2050 verdreifachen.

"Es ist der erste repräsentative, globale Vergleich von Klimaschutzmaßnahmen, die Städte auf lokaler Ebene einleiten können", sagt Creutzig der Zeitung. "Das Ziel ist, dass sich Städte in ihre Gruppe einordnen und feststellen, was sie vielleicht ändern könnten."

Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt er, dass jedoch vor allem in den rasant wachsenden Städten Asiens die Stadtplanung viel erreichen könne – und auch ein höherer Benzinpreis einen Beitrag leisten könne. "Der Benzinpreis deswegen, weil er dafür sorgt, dass Menschen weiter aus der Stadt herausziehen, wenn er gering ist, oder enger an einer Stadt wohnen, wenn er höher ist", sagt Creutzig. "Das heißt, der Benzinpreis bietet einen Anreiz, kompakter zu wohnen - und das würde am Ende am meisten Energie einsparen."

Diesen Aspekt führt der MCC-Wissenschaftler im Gespräch mit der BBC weiter aus. „Ich denke, eines der zentralen Probleme ist, dass Städte ihren Energieverbrauch und den Klimawandel eher nur als ihr eigenes lokales Problem betrachten. Wenn wir jedoch Infrastrukturen hätten, die nicht so viel Energie verbrauchten, wären globale Klimaziele viel leichter zu erreichen.

Die israelische Zeitung „Haaretz“ geht in ihrer Berichterstattung auf einen regionalen Aspekt ein. Sie zitiert Creutzig indirekt und schreibt, dass zur Kühlung der aufgeheizten Städte im Nahen Osten die Stadtplanung etwa durch die Kanalisierung von Winden, womöglich weit wichtiger ist als fortgeschrittene Technologien. Mit Blick auf Asien fügt er hinzu: „Derzeit verbraucht China noch viel Energie wegen seiner Industrie. Doch in 20 Jahren könnte China den Großteil der Energie für Transport und Gebäude benötigen.“ „Haaretz“ meint: „Es ist entscheidend, intelligente Stadtpolitik umzusetzen – und zwar jetzt.“

 

Hier geht es zum Artikel in der "Süddeutschen Zeitung".

Hier geht zum Hörbeitrag im Deutschlandfunk.

Hier geht es zum Online-Artikel der BBC.

Hier geht es zum Artikel von "Haartez".

Hier geht es zum Artikel des "Standard".

Hier geht es zum Artikel im "Scientific American".

Hier geht es zum Artikel in "Le Scienze".

 

Weitere Informationen:

 Creutzig, Felix; Baiocchi, Giovanni; Bierkandt, Robert; Pichler, Peter-Paul; Seto, Karen (2015): A Global Typology of Urban Energy Use and Potentials for an Urbanization Mitigation Wedge, Proceedings of the National Academy of Sciences, doi: 10.1073/pnas.1315545112

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