Weltklimakonferenz: MCC an mehreren Events beteiligt

Bei der COP 23 in Bonn ist das MCC wieder stark vertreten. Schwerpunkte setzen die Forscher bei den Themen CO2-Preise und nachhaltige Entwicklung in Afrika.

Foto: Wikimedia

01.11.2017

Bei der 23. Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn sind die Staaten gefordert, weitere Schritte zur Umsetzung der ambitionierten Pariser Klimaziele zu unternehmen. Auch das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) ist mit mehreren Forschern vor Ort vertreten. Ein zentraler Baustein beim Übergang in eine klimafreundliche Wirtschaft ist die CO2-Bepreisung. Diese ist nicht nur ein wichtiges klimapolitisches Instrument, sondern liefert auch die nötigen Mittel zur Entwicklungsfinanzierung. Zum Thema CO2-Preise organisiert das MCC zusammen mit anderen Institutionen zwei Side-Events. Zwei weitere vom MCC mitorganisierte Events befassen sich darüber hinaus mit dem Thema Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in Afrika.

Wie können CO2-Preise international zum Erfolg geführt werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Side-Events „Coordinating Carbon Pricing Policies“. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Umweltorganisation Germanwatch, dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), der Carbon Market Platform des Bundesumweltministeriums und dem MCC organisiert. MCC-Direktor Ottmar Edenhofer gibt hier unter anderem einen kurzen Überblick über die CO2-Preissysteme der G20-Länder. 

CO2-Bepreisung als Motor für nachhaltige Entwicklung ist das Thema eines weiteren MCC-Side-Events mit dem Titel „Accelerating Carbon Pricing to Support Sustainable Development“. Die Diskussion wird mitorganisiert vom Deutschen Institut für Entwicklungsforschung (DIE), dem Institute for Climate Economics (I4CE) und der International Carbon Action Partnership (ICAP). Wie die Einnahmen durch CO2-Preise dazu genutzt werden können, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen voranzutreiben, wird Ottmar Edenhofer dabei in einem Kurzvortrag erläutern.

Auch das Thema Afrika steht ganz oben auf der COP-Agenda der MCC-Forscher: Der Kontinent gehört bislang zu den Regionen der Welt mit dem wenigsten CO2-Ausstoß – das kann sich in Zukunft radikal ändern. Denn Entwicklung und Armutsbekämpfung erfordern einen massiven Ausbau der Energieversorgung. Um dabei die Klimaziele einzuhalten, ist es enorm wichtig, dass die afrikanischen Länder verstärkt auf Erneuerbare setzen und nicht – wie es sich bislang abzeichnet – auf fossile Energien. Wie das gelingen kann, diskutiert Ottmar Edenhofer auf zwei vom MCC veranstalteten Side-Events – eines in Zusammenarbeit mit der African Development Bank (AfDB), ein weiteres vom DIE mitorganisiert.

Darüber hinaus ist das MCC Mitveranstalter eines Side-Events zum „science-policy interface“ – also der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik – beim Thema klimafreundliche und -angepasste Landwirtschaft. Auf dem Podium soll diskutiert werden, welche Lehren hier aus der Vergangenheit gezogen werden können und wo die größten Herausforderungen für die Zukunft liegen. MCC-Gruppenleiter Martin Kowarsch hält den Einführungsvortrag zur der Veranstaltung, die von der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) mitorganisiert wird.

Auf der Weltklimakonferenz, die in diesem Jahr unter der Präsidentschaft der Republik Fidschi steht, wird zudem der neue „Gap Report“ des United Nations Environment Programme (UNEP) vorgestellt. Dieser beziffert die Lücke zwischen dem Fortschritt der Staaten bei der Emissionsreduktion und dem Emissionsniveau, das nötig wäre, um die Klimaziele tatsächlich zu erreichen. Jan Steckel, Leiter der MCC-Arbeitsgruppe „Klimaschutz und Entwicklung“, war als Leitautor des Kapitels „Kohleausstieg“ maßgeblich an der Ausarbeitung des Berichts beteiligt und wird an einem Podium zum „Gap Report“ teilnehmen. Auch die MCC-Gruppenleiter Sabine Fuss und Jan Minx haben am „Gap Report“ mitgeschrieben.

Das MCC bringt sich daneben auch beim Thema Kohleausstieg ein. Unter dem Titel “NRW Lounge“ veranstaltet das nordrheinwestfälische Wirtschaftsministerium veranstaltet eine Serie von Diskussionsevents. Dort diskutiert MCC-Generalsekretärin Brigitte Knopf auf einem Podium, wie effiziente Klimapolitik vor dem Hintergrund der spezifischen Situation in Nordrhein-Westfalen gelingen kann. In dem Bundesland gibt es noch besonders viele alte Braunkohlekraftwerke.

Im Rahmen der Berlin Science Week, die ebenfalls in der ersten Novemberhälfte stattfindet, wird das MCC außerdem gesondert auf die Problematik des Energieträgers Kohle eingehen. Unter dem Titel „Does coal threaten the global energy transition?“ diskutiert Jan Steckel hier am Institut die Frage, warum viele Staaten – trotz ambitionierter Klimaziele und sinkenden Preisen für Erneuerbare – nach wie vor stark auf Kohle setzen und zeigt mögliche Lösungen auf.

 

Die wichtigsten Termine im Überblick:

7. November, 12.00-13.00 Uhr, Deutscher Pavillon (Bonn Zone): Side-Event des United Nations Environment Programme (UNEP) zum UNEP "Gap Report”, Titel: The Emissions Gap Report 2017 – the emissions gap and opportunities to bridge it (mit Jan Steckel)

9. November, 10.00-11.30 Uhr, Deutscher Pavillon (Bonn Zone): Side-Event des MCC in Zusammenarbeit mit Germanwatch, dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und der Carbon Market Platform des Bundesumweltministeriums, Titel: Coordinating Carbon Pricing Policies (mit Ottmar Edenhofer)

 9. November, 15.00-16.00 Uhr, MCC (EUREF-Campus, Berlin-Schöneberg): Vortrag von MCC-Gruppenleiter Jan Steckel anlässlich der Berlin Science Week, Titel: Does coal threaten the global energy transition?

10. November, 9.30-11.30 Uhr, The Crop Trust (Platz der Vereinten Nationen 7, Bonn): Side-Event des MCC in Zusammenarbeit mit der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR), Titel: The science-policy interface for climate-smart agriculture in action: What are the lessons learned? (mit Martin Kowarsch)

14. November, 13.15-14.45 Uhr: Side-Event von UNFCCC und UNEP zum UNEP "Gap Report” (Mitautoren: Jan Steckel, Sabine Fuss, Jan Minx) 

15. November, 13.15-14.45 Uhr, Meeting Room 6 (332 Davos): Side-Event des MCC in Zusammenarbeit mit der African Development Bank (AfDB) und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Titel: Effective implementation of Paris Agreement: Integrating Africa development & climate change agenda

15. November, 17.00-19.00 Uhr, Posttower Bonn: NRW Lounge mit Brigitte Knopf u.a., Thema: Carbon Pricing – Wie müssen marktorientierte Mechanismen von morgen gestaltet werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen?

16. November, 10.00-12.00 Uhr, Interconnections Zone (am DIE): Side-Event des MCC in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Entwicklungsforschung (DIE), dem Institute for Climate Economics (I4CE), und der International Carbon Action Partnership (ICAP), Titel: Accelerating Carbon Pricing to Support Sustainable Development (mit Ottmar Edenhofer und Brigitte Knopf)

16. November, 14.00-16.00 Uhr, Interconnections Zone (am DIE): Side-Event des MCC in Zusammenarbeit mit dem RWI, der Environment for Development Initiative (EfD) und dem German Institute of Gloabal Area Studies (GIGA), Titel: Climate Change Mitigation in Sub-Sahara Africa (mit Ottmar Edenhofer)

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