Globale Konsensbildung zu REDD+

Optionsmarkt und Instrumente zur Risikoreduzierung für REDD+

Entwaldung trägt mit 12 % zur Entstehung globaler Treibhausgasemissionen bei. Ferner zieht es eine Reihe anderer lokaler Externalitäten wie z.B. Bodenerosion mit sich. Die internationale Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Entwaldung in den kommenden Jahren drastisch zu reduzieren. Der Waldschutzfinanzierungsmechanismus REDD+ (Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung) sieht vor tropische Länder finanziell dafür zu entschädigen, ihre Wälder zu schützen. 

REDD+ birgt großes Potenzial Waldverlusten vorzubeugen und die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken kosteneffizient zu begrenzen. Obwohl die Entwaldungsraten in den letzten Jahren zurückgegangen sind, weisen instabile politische Unterstützung für Waldschutz und steigende Agrarrohstoffpreise darauf hin, dass ein erneuter rapider Anstieg mit weitreichenden klimatischen Auswirkungen nicht auszuschließen ist. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Niederschlagsmenge im brasilianischen Amazonasgebiet stark absinken könnte, sobald der Kahlschlag in der Region ein bestimmtes Ausmaß erreicht hat. Die Folgen wären weiteres Waldsterben und eine vermehrte Freisetzung von Kohlenstoffdioxid. Dies könnte auch verheerende Folgen für indigene und andere lokale Gemeinschaften haben. Im schlimmsten Fall ist eine Rückkopplungsschleife innerhalb weniger Jahre zu erwarten, die irreversible Schäden mit sich zieht. Deshalb ist bei der Erschaffung der für REDD+ erforderlichen Anreize keine Zeit zu verlieren ist. Mit dem Programm soll sichergestellt werden, dass die Entwaldungsraten in Brasilien und anderen Ländern weiter sinken, um die durch Kahlschlag verursachten Nettoemissionen auf null zu reduzieren. Um dieses Ziel bei einer stetig steigenden Nachfrage nach Agrarerzeugnissen zu erreichen, muss die landwirtschaftliche Produktivität auf bereits gerodeten Flächen maximiert und der wirtschaftliche Wert von Wäldern über ein System positiver Anreize erhöht werden.

Obwohl die Gespräche zu REDD+ in den UNFCCC-Klimaverhandlungen vorangetrieben wurden und Bemühungen in Bezug auf die Erfüllung der Programmvoraussetzungen durch öffentliche Investitionen Fortschritte verzeichnen, fließen weiterhin zu wenig private Investitionen in das REDD+ Programm. Ungewissheit darüber, in wie weit eine Einlösung von REDD+ Zertifikaten auf neuen und zukünftigen Kohlenstoffmärkten zur Erfüllung von Verpflichtungen zulässig sein wird, tragen dazu bei, dass REDD Investitionen derzeit noch als höchst spekulativ gelten. Aufgrund der politischen Unsicherheiten entstehen kaum Anreize, große Vorräte entsprechender REDD+ Emissionszertifikate aufzubauen. Andererseits wird die Nachfrage nach diesen Zertifikaten zum Teil auch dadurch untergraben, dass die meisten potentiellen Käufer nicht davon überzeugt sind, dass tropische Länder genügend qualitativ hochwertige Zertifikate bereitstellen werden können. Experten schätzen, dass Investitionen von mehr als 19 bis 28 Milliarden Dollar für eine Halbierung der weltweiten Entwaldung erforderlich wären (Kindermann et al., 2008). Nichtsdestotrotz unterliegt die Nachfrage nach REDD+ Zertifikaten weiterhin großen Schwankungen. 

Der Großteil der bisher getätigten Privatinvestitionen in REDD+ Projekte floss in Einzelprojekte außerhalb der staatlichen Rahmenwerke. Für Regierungen und andere Akteure in REDD+ Ländern entstehen unter anderem die folgenden Risiken: Erstens, dass die durch REDD+ vorgesehenen Kompensationszahlungen zwar die direkten Opportunitätskosten abdecken, aber nicht für das längerfristige Wirtschaftswachstum entschädigen, das tropische Länder durch Waldschutz gegebenenfalls einbüßen müssen und Zweitens, dass Anbieter ihre Emissionszertifikate aus Kapitalbedarf schon jetzt verkaufen und ihnen somit die Chance entgeht, zukünftig auf Kohlenstoffmärkten und über andere Klimaschutzprogramme höhere Preise zu erzielen.

Auf der anderen Seite sind Unternehmen dem Risiko ausgesetzt, irgendwann zur Minderung des CO2 Ausstoßes verpflichtet zu werden. Dies könnte bedeuten, dass eine Regulierung zu einem Zeitpunkt greift, zu dem vergleichsweise kostengünstige und zeitlich begrenzte Möglichkeiten wie REDD+ nicht mehr zur Verfügung stehen (da die schlimmste Zerstörung der Wälder bereits stattgefunden hat) und die Technologien, die eine Reduzierung der CO2 Emissionen bezahlbar macht, für andere Sektoren noch nicht entwickelt wurden.

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