Edenhofer: „Eine gute Idee ist kein Selbstläufer“

In der F.A.Z. plädiert der Leiter des MCC für einen ambitionierten CO2-Mindestpreis als Instrument für effiziente Emissionssenkung und leichtere internationale Kooperation.

Foto: MCC

17.11.2017

Emissionshandelssysteme wie etwa der europäische EU ETS (Emission Trading System) erzeugen nach ihrer Einführung typischerweise zu niedrige CO2-Preise. Das sei ein systematisches Problem, schreiben Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), und Axel Ockenfels von der Universität Köln. Ihr Gastbeitrag "Der Preis des Kohlenstoffs" ist am heutigen Freitag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienen. Das Problem ließe sich durch die Einführung eines Mindestpreises für CO2 beheben, argumentieren die Ökonomen.

Im Vergleich zu bestimmten Mengenzielen beim CO2-Ausstoß – wie beim EU ETS – sei ein Mindestpreis auf internationaler Ebene leichter zu koordinieren. Sein Hauptvorteil sei aber, dass das Instrument besser als eine Mengenobergrenze dazu geeignet ist, höhere CO2-Preise zu erzielen, schreiben die Autoren. 

Höhere Preise für Kohlenstoff sind notwendig, um mehr Investitionen in klimafreundliche Anlagen zu leiten und die schmutzige Kohle weltweit aus dem Markt zu drängen. Bei einer Mengengrenze hingegen spekulieren die Marktteilnehmer meist darauf, dass die Politik diese Grenze bei einem drastischen Preisanstieg in der Zukunft aufweicht. Aufgrund dieser Erwartungen bleiben die Preise niedrig.

"Die Glaubwürdigkeit der Klimapolitik wird sich nicht an der Ankündigung ehrgeiziger Ziele entscheiden, sondern an der Wahl der Instrumente", schreiben Edenhofer und Ockenfels. Die Klimakonferenz in Bonn zeige, dass selbst eine gute Idee wie der CO2-Mindestpreis "kein Selbstläufer" ist. Es sei aber ermutigend, dass sich weltweit immer mehr Länder und Regionen für eine CO2-Bepreisung entscheiden, so die Autoren.

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