EU ETS ist „Wettbüro für Politik“

MCC-Direktor Ottmar Edenhofer spricht im Interview mit BIZZ energy today über die Webfehler des Emmissionshandels, die Gründung einer Klima-Zentralbank und Chinas Kohle-Strategie.

16.10.2014

Im Interview mit dem Fachmagazin BIZZ energy today erklärt MCC-Direktor Ottmar Edenhofer, warum die jährlichen Emissionen in der EU derzeit über der Mengenbegrenzung des Emissionshandelssystems ETS liegen und verweist auf eine Studie des Instituts: "Wir haben das am MCC in einem umfangreichen ökonometrischen Test en Detail analysiert. Unser Fazit lautet: Nur zehn Prozent des Preisverfalls sind durch ökonomische Fundamentaldaten erklärbar, wie Konjunktureinbruch, Ausbau der Erneuerbaren oder der Zufluss an zusätzlichen CDM-Zertifikaten aus Schwellen- und Entwicklungsländern."

Zuddem plädiert Edenhofer, der auch Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist, für einen Minimumpreis beim Emissionshandel. "Er ist eine feste Mindestgröße, mit der Investoren die Renditen ihrer Projekte vorab berechnen können. Er signalisiert, dass die überschüssigen Zertifikate nicht so wichtig sind, weil dieser Angebotsüberhang den Preis eines Zertifikats nicht unter den Minimumpreis drücken kann. Darüber hinaus erklärt er, wie eine Klima-Zentralbank die Erwartungen der Investoren stabiliseren könnte und warum für die Regierung in Peking die Reduktion von Emissionen zum zentralen Anliegen geworden ist.

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