MCC für Klima-Zentralbank

Kurz vor dem EU-Gipfel über Klimapolitik erläutert MCC-Direktor Edenhofer im Gespräch mit der FAZ, wie eine europäische CO2-Zentralbank helfen könnte.

Foto: photocase/Yunioshi

22.10.2014

Eine von direkten politischen Einflüssen unabhängige Institution könnte dafür sorgen, das darniederliegende System des Handels mit Emissionszertifikaten wieder in Gang zu bringen. Das sagte Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). So wie die Europäische Zentralbank (EZB) die Banken je nach Lage der Wirtschaft mit Geld versorgt, würde die Klimazentralbank je nach Marktpreis Rechte zur CO2-Emission ausgeben oder aus dem Markt nehmen.

Damit wendet sich der Wissenschaftler, der auch Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist, gegen den Vorschlag der europäischen Staats- und Regierungschefs für eine Marktstabilitätsreserve. Diese sieht vor, Zertifikate für den Ausstoß von CO2 nur zum Teil und auch nur temporär aus dem Verkehr zu ziehen. Edenhofer verweist darauf, dass der Hauptgrund für die derzeitigen Preise auf Ramschniveau die mangelnde Glaubwürdigkeit der europäischen Klimapolitik ist. „Wir müssen den Emissionshandel so reformieren, dass es für den CO2-Ausstoß einen Mindestpreis gibt“, sagt er.

Darüber hinaus hält der Ökonom es für wichtig, dass die EU ein CO2-Reduktionsziel von mindestens 40 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 1990 verfolgt. Das verlangen auch andere Ökonomen, darunter der jüngst durch seine Armuts- und Reichtumsvergleiche international bekannt gewordene Franzose Thomas Piketty und der Oxford-Professor Cameron Hepburn. In einem offenen Brief an den EU-Rat fordern auch sie eine Verschärfung der Klimaziele.

Hier geht es zum Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

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