CO2-Preis ab 40 Dollar mit Paris-Zielen vereinbar

MCC-Direktor Ottmar Edenhofer kommentiert den neuen Bericht der High Level Commission zu CO2-Preisen: "G20 sollten den Grundstein legen"

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Foto: MCC

29.05.2017

Ein CO2-Preis von 40 bis 80 US-Dollar pro Tonne wäre mit dem Ziel des Paris-Abkommens, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf „deutlich unter 2°C“ zu begrenzen, vereinbar. Dieses Preisniveau müsste allerdings schon bis 2020 erreicht werden. Bis 2030 sollte der Preis dann auf 50 bis 100 US-Dollar pro Tonne CO2 steigen. Das geht aus dem neuen Bericht der „High-Level Commission on Carbon Prices“ hervor, der am heutigen Montag im Rahmen des T20-Gipfels in Berlin vorgestellt wird. Zu den Verfassern gehören unter anderem der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, Nicholas Stern von der London School of Economics und der Klimaökonom Ottmar Edenhofer.

Dazu Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), außerdem Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Professor an der TU Berlin:

„Wir brauchen jetzt international koordinierte und ausreichend hohe Preise für den Ausstoß von Treibhausgasen. Die Höhe kann zunächst den regionalen Gegebenheiten und dem jeweiligen Entwicklungsstand der Länder angepasst werden – im Laufe der Zeit sollten sich die Preise aber angleichen. Entwicklungs- und Schwellenländer könnten aus der Klimafinanzierung Unterstützung erhalten, um die Kosten auszugleichen, die durch höhere CO2-Preise verursacht werden. Die G20 könnten hier den Grundstein legen.“ 

„CO2-Bepreisung bringt den Regierungen zudem wichtige Einnahmen, die sie in Investitionen für eine saubere und an den Klimawandel angepasste Infrastruktur stecken können. Damit könnten auch die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen umgesetzt werden. Schon ein moderater CO2-Preis von 40 US-Dollar pro Tonne im Jahr 2020 würde es vielen Ländern ermöglichen, universellen Zugang zu sauberem Wasser, sauberer Elektrizität oder Sanitäranlagen zu finanzieren. Das führt zu weniger Ungleichheit und dem Abbau von Armut. CO2-Bepreisung als Wachstumsmotor ist nicht nur interessant für die Umweltminister, sondern vor allem auch für die Finanzminister der G20.“

Den Bericht der High Level Commission on Carbon Prices können Sie hier herunterladen.

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