MCC schärft Entwicklungs-Fokus

Das Institut bündelt seine Kräfte im Bereich Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern. Wertvolles lokales Wissen soll Eingang in die Forschung finden.

Foto: MCC

01.11.2018

Die Energie – und Klimapolitik in Schwellen- und Entwicklungsländern ist heute wichtig um die Emissionen von morgen zu verhindern. Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) wird seine Forschung zum Aufbau einer kohlenstoffarmen Energieerzeugung in Entwicklungsländern daher weiter ausbauen. Das Institut hat mit dem RWI Essen und dem German Institute of Global and Area Studies (GIGA) ein neues Forschungsprojekt mit einem Fokus auf Sub-Sahara-Afrika begonnen. Das am Donnerstag gestartete Projekt mit dem Namen „Decarbonization and Development in Sub-Saharan Africa“ wird für die nächsten drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Zudem steht das MCC künftig in noch stärkerem Austausch mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) – beide unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Die weltweit führende Forschung des MCC zur Transformation von Energiesystemen wird damit ideal ergänzt um das wertvolle lokale Wissen der GIZ in zahlreichen Ländern. Die beiden Organisationen sind sich darin einig, dass die Umsetzung der Pariser Klimaziele nur im Kontext der „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen und der damit verbundenen Nachhaltigen Entwicklungsziele gelingen kann.


Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen MCC und GIZ mit Brigitte Knopf (Generalsekretärin MCC), Ottmar Edenhofer (Direktor MCC), Christoph Beier (stellvertretender Vorstandssprecher GIZ) und Jörg Linke (Leiter Kompetenzcenter Klima- und Umweltpolitik GIZ, v.l.n.r.)


Der Schwerpunkt auf das Thema Entwicklung ist von besonderer Relevanz angesichts der Schlüsselrolle, die Entwicklungs- und Schwellenländer bei den zukünftigen Emissionen einnehmen. So sind die Ausbaupläne für Kohlekraftwerke in schnell wachsenden Ländern wie der Türkei, Indonesien und Vietnam weiterhin eine Gefahr für das Erreichen internationaler Klimaschutzziele. Aber auch die Entwicklung der Energieinfrastruktur in den Ländern Afrikas südlich der Sahara ist entscheidend. Zwar befindet sich der Ausstoß dort noch auf einem niedrigen Niveau. Doch wenn sich Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum und der Übergang zu einer CO2-intensiveren Energieerzeugung fortsetzen, kann sich dieser Trend massiv beschleunigen.

„Die Infrastruktur, die heute in Entwicklungs- und Schwellenländern neu gebaut wird, wird die Emissionen für die nächsten Jahrzehnte festschreiben“, sagt MCC-Direktor Ottmar Edenhofer, der auch Co-Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ist. „Wir müssen einen ‚lock-in‘ in schmutzige Energie verhindern, wenn wir die Tür zum Erreichen der Paris-Ziele offenhalten wollen. Klima- und Entwicklungspolitik müssen daher unbedingt zusammen gedacht werden.“

Die Forschung des MCC beschäftigt sich mit Politikinstrumenten, um das Pariser Klimaschutzabkommen sowie die „Agenda 2030“ vor Ort umzusetzen. Für die GIZ sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse damit etwa eine wertvolle Hilfestellung bei der konkreten Entwicklungszusammenarbeit. So untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MCC beispielsweise die Verteilungseffekte der entsprechenden Instrumente. Sie legen insbesondere Wert auf eine sozialverträgliche und für breite Bevölkerungsgruppen gerechte Transformation und analysieren auch die Gründe für mögliche Hemmnisse bei der Umsetzung.

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