OECD Global Science Forum

Martin Kowarsch über die Verantwortung von Forschern bei ihrem Einfluss auf die Politik

27.02.2014

Der gesunde Menschenverstand, ideologische Prinzipien oder auch ganz einfach jahrelange Erfahrung – die heutigen Herausforderungen der Gesellschaft sind damit nicht mehr zu meistern. Politische Entscheidungsträger lassen sich von  Wissenschaftlern beraten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Doch welche rechtliche und ethische Verantwortung haben die Forscher durch ihren Einfluss auf die Politik?

 

Diese und andere Fragen wurden am 27. und 28. Februar beim Global Science Forum der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin diskutiert. Der Leiter der Arbeitsgruppe Assessments und wissenschaftliche Politikberatung am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), Martin Kowarsch, ging dabei in einem Vortrag auf ethische und kommunikative Aspekte von wissenschaftlicher Politikberatung ein. Geleitet wurde das entsprechende Panel vom zweiten Leiter der MCC-Arbeitsgruppe Assessments und wissenschaftliche Politikberatung, Christian Flachsland.

 

„Verschiedene Politikpfade und damit verbundene Risiken genauer zu  erforschen ist sehr aufwendig und stellt  Wissenschaftler vor enorme Herausforderungen“, sagt Kowarsch. „Dies erfordert einen kontinuierlichen Lernprozess zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik über politische Ziele, Mittel und deren Nebenwirkungen.“ Um die Gefahr zu bändigen, dass Experten für irreführende Politikempfehlungen rechtliche Probleme bekommen, sollten Forscher die möglichen Folgen von alternativen Politikoptionen sorgsamer kommunizieren. „Gleichzeitig dürfen sich Wissenschaftler nicht ihrer Verantwortung für Politik und Gesellschaft entziehen.“

 

Das Global Science Forum der OECD publiziert seit 1992 regelmäßig Studien zur Wissenschafts- und Forschungspolitik sowie Bestandsaufnahmen von größeren Wissenschaftsgebieten. Die Ergebnisse des Berliner Workshops „Wissenschaftliche Beratung für politische Entscheidungen und die Konsequenzen für die Rolle und Verantwortung von Wissenschaftlern“ sollen in einem Report zusammengefasst werden.

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