Gemeinsame Forschungsinitiative von UNEP und MCC

Zukunft globaler Umweltgutachten (FOGEAM)

Der FOGEAM-Zwischenbericht ist hier erhältlich. Dieser Report wurde für UNEP im Sept. 2014 erstellt. Überarbeitete Versionen einiger Kapitel werden demnächst als Forschungsartikel in einer Sonderausgabe des Journals Environmental Science & Policy zu lösungsorientierten GEAs erscheinen.

Unser Kurzdossier ist hier erhältlich. Es wurde für die "Intergovernmental and Multi-stakeholder Consultation on the Sixth UNEP Global Environment Outlook (GEO-6)" erstellt (Berlin, Oktober 2014).

Die Veröffentlichung des GEO-5 (Fünftes Global Environment Outlook Gutachten) im Jahr 2012 bot die Gelegenheit, inne zu halten und über die Erfahrungen mit vergangenen, großskaligen globalen Umweltgutachten Bilanz zu ziehen. Beispielsweise Erfahrungen mit dem fünften IPCC Sachstandsbericht der Arbeitsgruppe III, dem Weltargrarbericht IAASTD, dem Millenium Ecosystem Assessment (MA) sowie den Plänen für die Schaffung des Weltbiodiversitätsrates IPBES. In diesem Zusammenhang rief das MCC gemeinsam mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) Anfang 2013 eine Forschungsinitiative namens „The Future of Global Environmental Assessment Making“ (FOGEAM) ins Leben, die sich mit der Zukunft globaler Umweltgutachten auseinandersetzt und von der Arbeitsgruppe Wissenschaftliche Assessments, Ethik und Politik (SEP) des MCC vorangetrieben wurde. 

Ziel der laufenden Forschungsbemühungen im Rahmen der FOGEAM Initiative ist es, aus den vergangenen globalen Umweltgutachten für die Zukunft zu lernen und die gewonnenen Erkenntnisse bei der Konzeption und Erstellung zukünftiger Gutachten zu berücksichtigen. Mit dem FOGEAM Projekt soll ein umfassenderes Verständnis der Entwicklung globaler Umweltgutachten erlangt werden und wie sich ihr Verhältnis zur Politik innerhalb der letzten Jahre verschoben hat. Das Projekt erforscht die Wechselwirkungen zwischen den Zielen, Verfahrensweisen, Methodologien und Ressourcen globaler Umweltberichte und dem politischen Diskurs und untersucht die größten Hindernisse und Kompromisse, die innerhalb dieser komplexen und umfangreichen Lernprozesse zu Tage traten. Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an lösungsorientierten Gutachten, die die Umsetzung der vielfältigen, in den letzten Jahrzehnten auf nationaler und globaler Ebene formulierten Umweltziele unterstützen können, rückt FOGEAM insbesondere die Förderung prozeduraler und methodologischer Ansätze für die Durchführung und Integration lösungsorientierter Politikgutachten in den Mittelpunkt. 

Die wichtigsten (angestrebten) Ergebnisse:

  • Sonderausgabe von Environmental Science and Policy (voraussichtlich im Jahr 2017) zu lösungsorientierten globalen Umweltgutachten. Gastredakteure: Martin Kowarsch und Jason Jabbour aus dem FOGEAM Team. Darüber hinaus (bis heute bestätigte) Beiträge von Joseph Alcamo, Jan Bakkes, Silke Beck, Frank Biermann, Ottmar Edenhofer, Peter M. Haas, Marcel Kok, Melissa Lane, Michael Oppenheimer, Arthur Petersen, László Pintér, Robert Watson etc.
  • Ein Kommentar mehrerer Autoren zu lösungsorientierten globalen Umweltgutachten (derzeit in Vorbereitung).
  • Ein Bericht zu den im Rahmen des FOGEAM-Projektes laufenden Forschungsbemühungen sowie ein vom MCC verfasstes Hintergrunddokument in Form eines Kurzdossiers als offizielle Beiträge zu dem im Oktober 2014 in Berlin stattgefundenden zwischenstaatlichen Konsultationsverfahren des UN-Umweltprogramms für das GEO-6, an dem Mitglieder des MCC beteiligt waren.
  • Drei Sachverständigen Workshops (siehe unten) zur Förderung einer systematischen Betrachtung gegenwärtiger globaler Umweltgutachten durch Fachexperten, akademische Beobachter und andere Beteiligte. 
  • Präsentation der vorläufigen Ergebnisse der FOGEAM Initiative auf der International Conference on Public Policy (ICPP) in Mailand, Juli 2015 (von Christian Flachsland und Martin Kowarsch organisiertes Panel), sowie auf dem World Science Forum (Veranstaltung im Rahmen der INGSA Konferenz) in Budapest im November 2015.
  • Erstellung eines Metadatenkatalogs für globale Umweltgutachten aus Informationen zu großskaligen Gutachten (derzeit in Vorbereitung).

Wichtigste methodische Ansätze: 

  • Ca. 100 teilstrukturierte Interviews mit Sachverständigen, die an der Erstellung zahlreicher globaler Umweltgutachten mitgewirkt haben (siehe Anhang B), mindestens 67 davon am Prozess für das GEO-5. Die anonymen Interviews wurden hauptsächlich zwischen August 2013 und Juli 2014 per Skype und Telefon geführt und dauerten durchschnittlich 55 Minuten. Sämtliche Interviews wurden mit vorheriger Genehmigung der Teilnehmer aufgezeichnet und transkribiert und mithilfe der Datenanalysesoftware MAX QDA codiert und analysiert.
  • Experten Workshops dienten sowohl als Informationsquelle als auch als Forum für den Austausch von Ideen. Ein erster Workshop wurde im August 2013 mit Fachgutachtern des UN Umweltprogramms (UNEP-DEWA) abgehalten und ein zweiter, zweitägiger Experten Workshop mit Autoren des GEO-5 Gutachtens folgte in Berlin im Oktober 2013, um die aus GEO 5 und anderen Gutachten gewonnen Erkenntnisse zu ermitteln und zu diskutieren. Zuletzt veranstalteten wir vom 30. September bis zum 1. Oktober 2015 in Berlin mit hochrangigen Sachverständigen einen Workshop zu den Herausforderungen und Perspektiven lösungsorientierter Politikgutachten (weitere Informationen zu Programm und Teilnehmern finden Sie hier).
  • Analysen der globalen Umweltberichte sowie deren Hintergrunddokumente einschließlich der Berichte zur Erläuterung der Sachlage, Besprechungsberichten, unabhängigen Beurteilungen, offiziellen Dokumenten der Vereinten Nationen, Regierungsberichten und Presseartikeln. 
  • Recherche und Zusammenführung von Literatur. Die durch Fachkollegen gegengeprüfte Literatur umfasst direkt mit den globalen Umweltgutachten in Zusammenhang stehende Veröffentlichungen sowie andere, auf die wichtigsten Aspekte von globalen Umweltgutachten bezogene Literatur wie Beiträge aus Wissenschaft und Technologie, Philosophie, politischer Theorie und Politikanalyse.
  • Zahlreiche informelle Gespräche und Diskussionen, unter anderem mit Mitgliedern der technischen Unterstützungseinheit des IPCC AR5 WGIII in der Nähe von Berlin, mehreren anderen IPCC Autoren des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und dem MCC sowie mit erfahrenen Wissenschaftlern an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik sowie aus der internationalen Umweltpolitik.
  • Betrachtungen und Diskussionen mit den Teammitgliedern des Projekts über die von ihnen gemachten persönlichen Erfahrungen mit zahlreichen globalen Umweltgutachten. Ein Teammitglied (Jabbour) wirkte im Produktionsteam des GEO-5 mit, während ein weiteres Teammitglied (Flachsland) als Co-Autor für den IPCC AR5 WGIII fungierte.
  • Konzeptionelle und theoretische Betrachtungen und Argumentationen.

Wissenschaftler der FOGEAM Initiative aus der Arbeitsgruppe Wissenschaftliche Assessments, Ethik und Politik (SEP) des MCC: 

Dr. Martin Kowarsch (Projektleiter und -koordinator) 

Dr. Christian Flachsland (Projektmanager) 

Jennifer Garard (Doktorandin) 

Pauline Riousset (Doktorandin)

Wissenschaftler der FOGEAM Initiative aus dem UN-Umweltprogramm: 

Jason Jabbour (Projektmanager)

FOGEAM Ansprechpartner: 

Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Anmerkungen zur FOGEAM Forschungsinitiative an Dr. Martin Kowarsch.