MCC-Wissenschaftlerin Arwen Colell bekommt den Bayerischen Energiepreis

Sie koordiniert das gemeinsame Lernen zur deutschen Energiewende im Ariadne-Projekt. Ihre Doktorarbeit zeigt: Dezentrale Strom- und Wärmeversorgung kann Zusammenhalt stärken.

Ausgezeichnet: Arwen Colell aus der Policy Unit des MCC. | Foto: MCC

22.10.2020

Klimaschutz selbst in die Hand nehmen: In rund 1000 „Kommunalen Energieprojekten“ allein in Deutschland übernehmen Bürgerinnen und Bürger unternehmerische Verantwortung für eine nachhaltige Strom- und Wärmeversorgung an ihrem Wohnort, mit rund 40 Prozent der installierten Leistung für erneuerbare Stromerzeugung. In der wissenschaftlichen Literatur dazu ging es bislang meist um Technik und Finanzierung, doch solche Projekte wirken auch als Bindemittel für den sozialen Zusammenhalt. Arwen Colell, Wissenschaftlerin am Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change), hat dies in ihrer Doktorarbeit erforscht – und wird dafür heute vom Wirtschaftsministerium des Freistaats Bayern mit dem Bayerischen Energiepreis geehrt.

Im Rahmen ihrer an der Technischen Universität München abgeschlossenen Dissertation wertete Colell Erfahrungen in Deutschland, Schottland und Dänemark aus. Ihre wissenschaftliche Arbeit liefert die Erkenntnis: Bürgereigene Projekte können über gemeinsame Werte, gemeinsames Wissen und miteinander geteilte Symbole zu einem festen Bestandteil des lokalen Gemeinwesens werden. Natürlich muss für lokale Energieprojekte auch das nötige Geld zusammenkommen – doch am Ende, so wird hier systematisch belegt, hängt die erfolgreiche Umsetzung mindestens ebenso stark von diesen weichen, nicht-materiellen Faktoren ab.

Die Entwicklung einer nachhaltigen Strom- und Wärmeversorgung wird die MCC-Wissenschaftlerin, die als Studentin selbst eine Energiegenossenschaft mitgegründet hat, in den nächsten drei Jahren in einer wichtigen Funktion unterstützen: Als Mitglied der Policy Unit am MCC koordiniert sie im Rahmen des insgesamt 26 Forschungsinstitute umfassenden Kopernikus-Projekts Ariadne den „Grünbuch-Weißbuch-Prozess“: gemeinsames Lernen von Wissenschaft, Politikern und Gesellschaft, basierend auf umfassender Forschung zur deutschen Energiewende.

Weiterführende Informationen:
Arwen Colell (Veröffentlichung ausstehend): Alternating Current – Social Innovation in Community Energy. Wiesbaden: Springer VS.