Gestärkte Assessments zur Förderung der SDGs

Mit einem Experten-Workshop hat das MCC untersucht, wie verbesserte Sachstandsberichte bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele helfen können.

Martin Kowarsch (l.), Jason Jabbour (r.), Foto: MCC

02.10.2015

Erst kürzlich haben die Vereinten Nationen in New York die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) verabschiedet – 17 globale Ziele, um Nachhaltigkeit zu fördern und Armut in all seinen Formen bis 2030 zu beenden. Darunter finden sich auch das SDG13 (Vermeidung und Anpassung an den Klimawandel), sowie das SDG1 (Armut beenden), SDG2 (Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft erreichen) und SDG15 (Biodiversität, Wälder und andere Ökosysteme schützen).

Um jedoch eine ehrgeizige Reduktion von CO2-Emissionen zu erreichen, wird künftig ein globaler Energiemix wohl auch zu einem großen Teil Bioenergie einschließen. Dies könnte sowohl auf Nahrungspreise als auch auf Landnutzung und Entwaldung sowie auf den Wert von Grund und Boden Auswirkungen haben. Solche Nebeneffekte verketten die SDGs sehr stark miteinander. Daher ist bei ihrer Umsetzung ein tiefgreifendes Verständnis über die verschiedenen Abhängigkeiten, Synergien und Trade-Offs der unterschiedlichen SDGs auf verschiedenen Regierungsebenen nötig. Dies gilt vor allem mit Blick auf die positiven und negativen praktischen Auswirkungen, die noch kaum verstandenen sind,

Diese Wechselwirkungen werfen Fragen auf: Wie können diese breit gefassten und sehr ehrgeizigen Ziele umgesetzt und erreicht werden? Welches sind dafür die angemessenen Maßnahmen und Politikinstrumente? Solche Fragen könnten von zeitgemäßen und lösungsorientierten Globalen Umweltberichten (Global Environmental Assessments, GEA) behandelt werden.

Trotz der vielen Möglichkeiten stehen diesen GEAs auch so manche beträchtliche Herausforderungen entgegen. Die Erforschung sowohl dieser Möglichkeiten als auch der Herausforderungen war das Ziel des Workshops „GEAs am Scheideweg: Gezogene Lehren, aufkommende Herausforderungen und künftige Optionen“, der vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) organisiert und veranstaltet wurde. Verschiedene erfahrende Assessment-Praktiker, politische Repräsentanten und ausgewählte Gelehrte nahmen daran teil. Der zeitgemäße Workshop war Teil des Forschungsprojektes des MCC in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) über die „Zukunft der Erstellung von Globalen Umweltberichten“ (FOGEAM). Es ist vorgesehen, dass die auf dem Workshop vorgestellten Arbeiten in eine hochrangige begutachtete Fachpublikation münden sollen.

„Der politische Kontext für GEAs verändert sich gerade“, sagt Martin Kowarsch, Organisator des Workshops und Leiter der MCC-Arbeitsgruppe Wissenschaftliche Assessments, Ethik und Politik. „Frühere Berichte dieser Art haben vor allem die Umweltverschlechterungen als solche betont. Nun sollen sie auch eine gründliche sozialwissenschaftliche Analyse von Politikalternativen und deren Umsetzung liefern.“

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