MCC baut Schnittstelle zur Politik aus

Neue Querschnittseinheit liefert Analysen und Impulse für den öffentlichen Diskurs, in Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Arbeitsgruppen. Motto: Was wollen und müssen Entscheidungsträger wissen?

Politik-Dialog: Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit einem MCC-Expertenteam (im Juni 2019 im Rahmen eines Besuchs am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung). | Foto: Bundespresseamt

09.10.2019

Das Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) erweitert mit Blick auf den öffentlichen Diskurs seine Struktur. Der Politik-Dialog, neben der Forschung von Anfang an das zweite Wirkungsfeld des Instituts, ist nun mit einer eigenständigen Einheit vertreten, der „Policy Analysis Unit“ („Querschnittseinheit Politik-Analyse“). Diese wird übergreifende Analysen erstellen, innovative analytische Instrumente und Onlinetools entwickeln sowie zielgruppengerechte Gesprächsformate konzipieren.

„Im Vordergrund steht dabei die Idee, dass sich die Wissenschaft auf das Entscheidungsproblem der Politik einlassen muss – also dem Abwägen zwischen verschiedenen Aspekten bei Zielkonflikten“, erklärt MCC-Generalsekretärin Brigitte Knopf, die das zunächst dreiköpfige Team leitet. „Ein Erkenntnisziel sollte also stets sein: Was wollen Entscheidungsträger wissen? Zugleich gilt es, auf Basis der Forschung Debatten aktiv voranzutreiben nach dem Motto: Was müssen Entscheidungsträger wissen?“ Die wissenschaftliche Arbeit und ihre Publikation in im Rahmen des Peer-Review-Verfahrens begutachteten wissenschaftlichen Fachzeitschriften bleibe die Kernaufgabe des Instituts, aber der Politik-Dialog sei eine notwendige Ergänzung und solle in Zukunft noch stärker strukturiert und weiter ausgebaut werden.

Wie sich Forschung und Politik-Dialog gegenseitig ergänzen können, wurde kürzlich deutlich: bei der Meinungsbildung zu dem im September von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaket. Das MCC produzierte zum zentralen Aspekt der CO2-Bepreisung eine wissenschaftliche Expertise für das Klimakabinett und führte zugleich über Monate hinweg intensive Gespräche mit Ministerien, Kanzleramt und unterschiedlichen Interessengruppen. „Zentrale Aufgabe unserer neuen Policy Analysis Unit ist es“, so Knopf, „die Schnittstelle des Instituts zu Politik und Gesellschaft inhaltlich zu gestalten.“

MCC-Direktor Ottmar Edenhofer bezeichnet die Erweiterung als strategische Entscheidung: „Es gilt, die Sprachlosigkeit zwischen Politik und Wissenschaft zu überwinden. Nur dann können Forschungsinstitute zugleich wissenschaftlich exzellent als auch politisch relevant sein.“

Weitere Informationen:
Den Link zum Bereich Politik-Dialog auf der Website des MCC finden Sie hier.

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