Neue Chancen für die globale Klimadiplomatie

Fünf Jahre nach Abschluss des Paris-Abkommens: Statement von MCC-Direktor Ottmar Edenhofer und ein neues MCC-Kurzdossier mit Erkenntnissen aus der Kooperationsforschung.

Historical moment: the agreement reached in Paris on 12 December 2015 (with then UN Secretary-General Ban Ki-moon in the centre of the picture). | Foto: UNFCCC

07.12.2020

Den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 und möglichst 1,5 Grad relativ zum vorindustriellen Niveau begrenzen: Diese Woche ist es fünf Jahre her, dass die Weltgemeinschaft im Abkommen von Paris dieses historische Ziel beschloss, um die Klimaschäden in erträglichen Grenzen zu halten. Ottmar Edenhofer, Direktor des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) erklärt aus diesem Anlass:

„Das fünfjährige Bestehen des Paris-Abkommens ist kein Grund, sich zurückzulehnen: Die seither beim Uno-Klimasekretariat eingereichten Selbstverpflichtungen der Vertragsstaaten reichen noch nicht zum Einhalten der Temperaturziele. Die globale Kooperation beim Klimaschutz hat in den letzten Jahren gelitten. Doch immerhin gibt es jetzt neue Chancen für die globale Klimadiplomatie. Die drei größten Klimagas-Verursacher China, USA und EU nennen neuerdings allesamt das Ziel „Netto-null“ Emissionen. Die großen Konjunkturpakete der Industriestaaten infolge der Corona-Krise bieten zusätzliche Ressourcen auch für die Klimafinanzierung. Und in der gegenwärtigen Lage erscheint es realistisch, dass das Instrumentarium des Paris-Abkommens endlich wie erforderlich aus- und umgebaut wird. Hierzu liefert die Kooperationsforschung tragfähige Politikansätze, basierend auf Transparenz, Reziprozität und Lastenteilung.“

Ein neues MCC-Kurzdossier skizziert einen Weg, das Paris-Abkommen von 2015 besser umzusetzen. So sollten die Vertragsstaaten ihre Selbstverpflichtungen künftig als CO2-Preis formulieren. Auch die Koordination zwischen der EU, den USA und China sollte über CO2-Mindestpreise laufen. Und die globale Klimafinanzierung von jährlich rund 100 Milliarden Euro sollte auf konditionelle Transfers umgestellt werden: Die reichen Industriestaaten unterstützen Schwellen- und Entwicklungsländer dabei, einen CO2-Preis einzuführen oder Subventionen auf fossile Brennstoffe abzubauen, und stärken damit die Wirksamkeit ihrer eigenen Klimaschutzmaßnahmen.

Das neue MCC-Kurzdossier zu globaler Kooperation im Klimaschutz ist hier zum Nachlesen auf der MCC-Website verfügbar und hier (zwei Seiten, 2 MB) zum Download.