MCC-STATEMENT zum Abschluss der COP24

Zum Ende des Weltklimagipfels in Katowice appelliert MCC-Direktor Edenhofer angesichts steigender Emissionen deutlich an die Regierungen aktiv zu werden und endlich höhere CO2-Preise umzusetzen.

Foto: COP24/flickr

15.12.2018

Dazu Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK):

"Einmal mehr haben Regierungen aus aller Welt bewiesen, dass sie fähig und willens sind, zum Schutz ihrer Bürger vor Klimarisiken zusammen zu arbeiten. Trotz einer zunehmenden Menge von populistischen Regierungen hat der Multilateralismus gesiegt."

"Die Welt braucht aber mehr als nur klimapolitische Ziele und Prozesse – sie braucht konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase; und sie braucht diese Maßnahmen nicht irgendwann, sondern jetzt. In dieser Hinsicht kann der Klimawandel nicht mehr nur als das größte Marktversagen aller Zeiten angesehen werden – er ist mit dem trotz jahrelanger Verhandlungen weiter zu beobachtenden Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen auch zu einem beispiellosen Staatsversagen geworden."

"Durch geeignete politische Maßnahmen – wie eine wirkungsvolle Bepreisung von CO2 – müssen Regierungen eine neue Vertrauensbeziehung mit ihren Bürgern aufbauen. Ein CO2-Preis kann nicht alles lösen, aber ohne ihn kann nichts gelöst werden. Und die Regierungen können die CO2-Preise nutzen, um mehr soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Denn das durch die Bepreisung erzielte Einkommen kann und muss den Menschen zurückgegeben werden – sei es durch Senkungen der Stromsteuern, durch Investitionen in Infrastruktur, oder durch Schecks zu Weihnachten."


Dazu Brigitte Knopf, Generalsekretärin des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC):

“Ein sehr präsentes Thema auf den Fluren der Klimakonferenz in Katowice war vor allem die Protestbewegung der Gelben Westen. Das zeigt, wie wichtig es ist, Klimaschutz und die soziale Frage gemeinsam zu denken. Glücklicherweise gibt es international bereits gute Erfahrungen, wie eine sozial gerechte Einführung von CO2-Preisen funktionieren kann: die Schweiz, Schweden und Kanada haben es vorgemacht. Auch in Entwicklungsländern gibt es positive Erfahrungen mit dem Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe. Unsere neueste Forschung zeigt, dass bei der Einführung von CO2-Preisen bestehende Ungleichheiten sogar reduziert werden können. Die Botschaft ist also ganz klar: Klimaschutz kann auf sozialverträgliche und ausgewogene Weise umgesetzt werden. “

 

 

 

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